Um ein Forum für wissenschaftliche Arbeiten über evangelische Schulen zu schaffen, führte die Wissenschaftliche Arbeitsstelle Evangelische Schule am 23.11.2007 in Hannover erstmals ein Kolloquium für Wissenschafter/innen durch, die Forschungsvorhaben zu evangelischen Schulen planen bzw. durchführen. Projekte aus religionspädagogischen Fachbereichen wurden ebenso vorgestellt wie aus den Erziehungswissenschaften. Seit dieser Zeit haben jedes Jahr solche Kolloquien statt gefunden.  Die Treffen sollen auch dazu dienen, Vernetzungen und ggf. Kooperationen zu ermöglichen. Als Informationspool über laufende oder abgeschlossene Forschungsprojekte werden an dieser Stelle die Vorhaben, z.T. mit Kurzbeschreibung aufgeführt. Weitere Hinweise finden sich auch unter den Veröffentlichungen zu evangelischen Schulen.

 

Aktuelle Untersuchungen zu evangelischen Schulen und verwandte Forschungsprojekte

 

Anna-Christina Petermann: In Freiheit und Verantwortung gestalten. Eine empirische Untersuchung zur Rekonstruktion subjektiver Sichtweisen von Trägern und Leitern Evangelischer Schulen. Hildesheimer Beiträge zu Theologie und Geschicht 5, Hildesheim, Zürich, New York 2016.

Die Forschungsarbeit ist als rekonstruktive Studie mit explorativem Charakter angelegt und stellt die Schulträger und Leitenden an evangelischen Schulen in den Mittelpunkt. In qualitativen Experteninterviews werden die subjektiven Sichtweisen zu drei Themenkomplexen erfasst, analysiert und verglichen. Es geht um die Motive, die Leitende an eine evangelische Schule führen bzw. Trägervertreter zum Engagement für eine ev. Schule bewegen, es geht um die Sicht der Interviewpartner auf das spezifische Profil evangelischer Schulen und es geht um die Erwartungen und Sichtweisen, die die Befragten im Blick auf die Arbeit an einer evangelischen Schule haben.

Die Untersuchung ist abgeschlossen und veröffentlicht.

 

Emilia Handke: Religiöse Jugendfeiern "zwischen Kirche und anderer Welt". Eine historische, systematische und empirische Studie über kirchlich (mit)verantwortete Alternativen zur Jugendweihe. Arbeiten zur Praktischen Theologie, 65, 2016.

Forschungsstelle Religiöse Kommunikations- und Lernprozesse der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: Diplom-Theologin Emilia Handke

Religiöse Jugendfeiern stellen ein Übergangsritual dar, welches konfessionslosen Jugendlichen als Alternative zur Jugendweihe auch im Rahmen von Schulen in christlicher Trägerschaft in Ostdeutschland angeboten wird. Das Dissertationsprojekt widmet sich damit der Erforschung der Rezeption eines biographiebezogenen außerunterrichtlichen religiösen Impulses für die hohe Zahl an konfessionslosen Schülern, welche insbesondere an Evangelischen Schulen lernen. Damit wird die Diskussion um das religiöse Profil Evangelischer Schulen um eine Konkretisierung in Bezug auf die wachsende Zahl konfessionsloser Schüler erweitert.

Das Projekt ist abgeschlossen und die Ergebnisse veröffentlicht. S. EVA-Leipzig

Weitere Veröffentlichungen dazu: Michael Domsgen/Emilia Handke (Hrsg.): Was sich von Religiösen Jugendfeiern lernen lässt. Mit DVD zur Segensfeier an der evangelischen Sekundarschule in Haldensleben. Genaueres unter EVA-Leipzig

 

Ulrike Witten: Diakonisches Lernen an Biographien. Elisabeth von Thüringen, Florence Nightingale und Mutter Teresa. Leipzig 2013. (= Arbeiten zur Praktischen Theologie, 56)
Unter den Bedingungen des diakonisch-sozialen Lernens wird das Lernen an Biographien diskutiert. Über die Auseinandersetzung mit der Diakoniegeschichte sowie mit Menschen, die in Geschichte und Gegenwart diakonisch handelten, wird das Ziel diakonisch-sozialen Lernens erreicht, dass junge Menschen einen Zugang zur diakonisch tätigen Gemeinschaft erhalten. Es werden mit der historischen Biographik die theoretischen Grundlagen für das Lernen an Biographien erarbeitet und umgesetzt durch die historisch-kritische Rekonstruktion der Biographien Elisabeths von Thüringen, Florence Nightingales und Mutter Teresas. Dabei wird die Rezeptionsgeschichte hinterfragt, und es werden Stereotype aufgedeckt, die mit den Biographien verbunden sind. Daraus werden jeweils Impulse für die didaktische Umsetzung der drei Biographien als Thema im diakonisch- sozialen Lernen formuliert. Auf dieser Grundlage werden Schlussfolgerungen für die Didaktik diakonisch-sozialen Lernens gezogen.

Das Projekt ist abgeschlossen und veröffentlicht.

Margret Kraul/Natalia Bergau/Sylvia Rapp: Privatschulen zwischen Förderung und Distinktion. Eine Analyse aus Elternsicht.
In dieser Regionalstudie geht es um die Eltern als Akteure der Schulwahl. Welches sind ihre Motive bei der Schulwahl für ihre Kinder? Wie beeinflussen sie Angebot und Nachfrage in einer Region, und was bedeutet das für das Schulsystem?

Die Studie ist veröffentlicht in: Pädagogische Rundschau Heft 1, 68. Jg. 2014,  S. 73-94. Die Studie ist in dieser Reihe auch als Sonderdruck erhältlich.

Religiosität und berufsbezogene Überzeugungen von Lehramtsstudierenden: Manfred Pirner
Eine quantitativ-empirische Pilotstudie.
Die Studie ist zu finden in: Pastoraltheologische Informationen 33 (1), 123-134. Online unter: http://repositorium.uni-muenster.de/document/miami/da231e76-d425-4dfe-813a-256578762c58/2013-1_s123-134_Pirner.pdf

 

Evangelische Grundschulen in Ostdeutschland
Forschungsstelle „Religiöse Kommunikations- und Lernprozesse“: Diplom-Theologe Matthias Müller

Das Forschungsprojekt untersucht wie evangelische Grundschulen unter den Bedingungen der Konfessionslosigkeit ihren Schulalltag organisieren und dabei ihr christliche Profil umsetzen. Es wird danach gefragt, wie konfessionslose Kinder und deren Familien auf die an diesen Schulen gepflegten christlichen Vorstellungen und Praktiken reagieren und ob evangelische Schulen einen Einfluss auf die religiöse Sozialisation von religiös indifferenten Menschen haben. Ziel ist es, eine ethnographische Beschreibung der Perspektiven von Eltern, Kindern und Lehrern zu erstellen.

Weitere Informationen zu dieser Studie finden sich auf der Projekthomepage: http://www.theologie.uni-halle.de/pt_rp/rkl/evgs/


Gerd Meiborg: Im Anderen das Geschöpf Gottes sehen – Inklusion und evangelisches Bildungsverständnis am Beispiel der Heinrich-Albertz-Schule, Salzgitter
. Hildesheimer Beiträge zur Theologie und Geschichte 6, Hildesheim, Zürich, New York 2016.

Nach einer Klärung der beiden Kernbegriffe ‚Inklusion‘ und ‚Evangelisches Bildungsverständnis‘ soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit inklusive Pädagogik vor dem Hintergrund eines evangelischen Bildungsverständnisses als zentrale Aufgabe evangelischer Schulen verstanden werden kann/muss. Am Beispiel der evangelischen Grundschule in Salzgitter wird eine Möglichkeit der praktischen Umsetzung dargestellt.

Das Projekt ist abgeschlossen und veröffentlicht.

 

Das evangelische Profil  an Grundschulen mit Orientierungsstufe in Trägerschaft der Evangelischen Schulstiftung Mecklenburg-Vorpommern und Nordelbien-  Eine empirische Untersuchung: Silke Klatte

Im Zentrum des Forschungsprojekts steht, welche Grundzüge das evangelische Profil an Schulen in Trägerschaft der Schulstiftung aufweist. Es soll mit Hilfe qualitativer Methoden erhoben werden, wie sich das Profil faktisch sowohl innerhalb der Schule als auch in deren Verbindung zur Außenwelt zeigt. Die empirische Untersuchung bezieht sich dabei u.a. auf die Perspektiven von Lehrern, Schülern und Schulträger.
Das Projekt ist in Bearbeitung.

 

Selbstverständnis und Profil evangelischer Schulen in Ungarn (Arbeitstitel): Monika Solymàr. Das Projekt ist in Bearbeitung.

 

Zum Umgang mit „Behinderung“ in inklusiven Unterrichtskontexten – eine Untersuchung ethischer Dimensionen professionellen Lehrer_innen-Handelns in religionspädagogischer Reflexion (Arbeitstitel): Ina Schröder
Das Projekt ist im Anfangsstadium.

 

Tobias Lehmann: Evangelikal orientierte Schulen - geschlossene Systeme oder exemplarische Bildungsräume? Theologische Hintergründe, bildungstheoretische Reflexionen und schulpädagogische Perspektiven. Schule in evangelischer Trägerschaft 19, Münster 2015.
Pädagogische Hochschule Freiburg, Institut der Theologien
Das Dissertationsprojekt geht der Frage nach, wie das theologische, bildungstheoretische und pädagogische Proprium evangelikal orientierter allgemeinbildender Schulen in freier Trägerschaft im Sekundarbereich in Deutschland zu bestimmen ist.  

Das Projekt ist abgeschlossen und veröffentlicht.

Kreationismus und Freie Evangelische Schulen: Matthias Roser
Das Projekt ist in Bearbeitung.

 

Fallstudie zu privaten Schulgründungen in Bayern als Alternative zum staatlichen Schulsystem (Arbeitstitel): 
Das Projekt ist in Bearbeitung. 

 

Schulwahlmotive von Eltern an evangelischen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern: Prof. Dr. Helmut Hanisch/PD Dr. Christoph Gramzow
Was bewegt Eltern, die oft selbst keine konfessionelle Bindung haben, ihre Kinder auf eine christliche Schule zu schicken? Dieser Frage geht eine Studie nach, die Eltern zu ihren Schulwahlmotiven befragt. Die Studie bezieht sich auf evangelische Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Zeitraum Beginn der Untersuchung bis zur Ergebnispräsentation: Nov 2010 - Sept. 2011.

Die Studie ist im Sommer 2011 abgeschlossen und im Evangelischen Schulportal veröffentlicht. worden Weiter zur Studie.
2012 wurde auf ähnlicher Basis eine Elternbefragung an evangelischen Schulen in Sachsen durchgeführt. 2013 lief das Projekt bei der Evangelischen Schulstiftung Stuttgart und an evangelischen Schulen in Bayern. Beide Studien sind 2014 abgeschlossen.  Ein Vergleich der Ergebnisse findet sich bei Christoph Gramzow: Motive von Eltern, ihre Kinder an einer evangelischen Schule lernen zu lassen. Vergleich von Untersuchungsergebnissen aus Sachsen, Bayern und Stuttgart. 2014. Weiter zur Studie

 

Wertebasierung und Lehrerprofessionalität an christlichen Schulen.
Dokumentation eines Experten-Symposiums aus Anlass eines geplanten Forschungsvorhabens. Wie ist der Zusammenhang zwischen religiös-weltanschaulicher Orientierung und dem pädagogischen Denken und Handeln von Lehrkräften? Mit dieser Frage und dem Stand der Forschung befasste sich ein internationales Symposium von Expertinnen und Experten unterschiedlicher Wissenschaften im März in Nürnberg. Die Beiträge finden sich in der Ausgabe 1/2010 von Theo-Web.

Johannes Haeffner: Professionalisierung durch Schulentwicklung. Eine subjektwissenschaftliche Studie zu Lernprozessen von Lehrkräften an evangelischen Schulen. Schule in evangelischer Trägerschaft Bd. 16, Waxmann Verlag 2012.

Unter dem Arbeitstitel "Professionalisierung durch Schulentwicklung im Kontext von Entwicklungsprozessen in pädagogischen Organisationen am Beispiel Evangelischer Schulen. Eine qualitative Studie" wurde 2008 ein Dissertationsvorhaben begonnen. Die zugrunde liegende Forschungsfrage will ermitteln, ob innere Schulentwicklungsperspektiven in evangelischen Einzelschulen (auch) zur Transformation von Berufsbewusstsein und Berufsqualifikation und damit zu einem erweiterten Professionalitätsverständnis führen. Die Arbeit wurde betreut und begleitet von Prof. Dr. W. Bender am Lehrstuhl für Andragogik, Erwachsenenbildung und Weiterbildung, Otto-Friedrich Universität Bamberg.

Die Arbeit ist abgeschlossen und veröffentlicht.

 

Anke Holl: Orientierungen von Lehrerinnen und Lehrern an Schulen in evangelischer Trägerschaft. Ein qualitativ-rekonstruktive Studie. Schule in evangelischer Trägerschaft Bd. 13. Waxmann Verlag Münster/New York/München/Berlin 2011.
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl Pädagogik I - Allgemeine Pädagogik
Das Projekt läuft seit 2006. Es geht um die Rekonstruktion der Orientierungsmuster von Lehrerinnen und Lehrern an evangelischen Schulen. Die professionelle Selbstbeschreibung von Lehrkräften an Schulen in evangelischer Trägerschaft soll nachgezeichnet werden. Welche Rolle spielt die Tätigkeit an einer evangelischen Schule für das professionelle Selbstbild der dort arbeitenden Lehrerinnen und Lehrer?

Die Studie wurde 2011 veröffentlicht.

Christoph Gramzow: Diakonie in der Schule. Theoretische Einordnung und praktische Konsequenzen auf der Grundlage einer Evaluationsstudie. (Arbeiten zur Praktischen Theologie Bd. 42), Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2010.

Untersuchungsgegenstand ist das Profilfach Diakonie am Evangelischen Schulzentrum Michelbach.

Das Projekt ist abgeschlossen und  veröffentlicht.

"Schulkultur": Prof. Margarete Kraul, Prof. Regina Bendix
Georg-August-Universität Göttingen, Pädagogisches Seminar und Institut für Kulturanthropologie
Im Vergleich von zwei Gymnasien ähnlichen Typs, einem staatlichen und einem evangelischen  Gymnasium, wird das Zusammenspiel von Rahmenbedingungen, Traditionen und Interaktionen, Klassen- und Schulklima sowei dem subjektiven Empfinden der Individuen erfasst. Aus den Fachkulturen der Erziehungswissenschaft und der Kulturanthropologie soll ein Schulkulturbegriff erarbeitet werden.
Das Projekt ist  abgeschlossen.

"Schule führen im Spannungsfeld von Stabilisierung und Veränderung. Zur Begründung eines Managementmodells an evangelischen Schulen - Jürgen Rausch
Unter diesem Titel wurde 2009 die Ergebnisse einer Dissertation veröffentlicht, die unter Einbezug von Theorie und Praxis evangelischer Schulen und empirischen Aussagen zur Schulwirklichkeit ein Strukturmodell für ein Management an evangelischen Schulen beschreibt.

 

"Christliche Pädagogik. Grundsatzüberlegungen, empirische Befunde und konzeptionelle Leitlinien" - Prof. Manfred L. Pirner u. a.
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, Institut für Philosophie und Theologie.
Die Untersuchung dokumentiert eine empirische Erhebung der Alltagstheorien und -erfahrungen sowie die vom Wissenschaftlichen Beirat des CJD auf der Basis der empirischen Befunde entwickelten Leitlinien für eine Christliche Pädagogik..

Die Untersuchung ist veröffentlicht unter: Manfred L. Pirner: Christliche Pädagogik. Grundsatzüberlegungen, empirische Befunde und konzeptionelle Leitlinien. Mit einem Geleitwort von Karl E. Nipkow. Kohlhammer Verlag Stuttgart 2008.

Qualität Evangelischer Schulen: Claudia Standfest, Olaf Köller, Annette Scheunpflug.
Friedrich - Alexander - Universität Erlangen - Nürnberg 2003 - 2005. Das Projekt ist abgeschlossen und in der Reihe "Schulen in öffentlicher Trägerschaft" unter dem Titel "leben - lernen - glauben. Zur Qualität evangelischer Schulen im Waxmann - Verlag 2005 veröffentlicht. In diesem Projekt wurde der PISA -Datensatz 2000 sekundär für die konfessionellen Schulen ausgewertet und an vier exemplarischen evangelischen Schulen Kompetenzmessungen durchgeführt.

Weitere Veröffentlichungen dazu:
Standfest, Claudia/Köller, Olaf/Scheunpflug, Annette/Weiß, Manfred: Profil und Erträge von evangelischen und katholischen Schulen. Befunde aus Sekundäranalysen der PISA-Daten. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 7. Jg. 2004, Heft 3, S. 359 - 379.
Scheunpflug, Annette/Köller, Olaf/Standfest, Claudia/Weiß, Manfred: Leistungsprofile christlicher Privatschulen. Erste Ergebnisse einer Untersuchung auf Basis von PISA-E 2000. In: Schulmanagement, 35, Heft 6, 2004, S. 22 - 24.
Scheunpflug, Annette/Standfest, Claudia/Köller, Olaf: PISA und die Bildungsverantwortung der Evangelischen Kirche. In: Volker Frederking/Hartmut Heller/Annette Scheunpflug (Hg): Nach PISA. Konsequenzen für Schule und Lehrerbildung nach zwei Studien. VS-Verlag für Sozialwissenschaften. Weisbaden 2005, S. 76 - 96.
Claudia Standfest/Annette Scheunpflug/Olaf Köller: Das Profil von Schulen in evangelischer Trägerschaft - empirisch überprüft. In: Zeitschrift für Pädagogik und Theologie. Der Evangelische Erzieher, 58. Jg., März 2006, S. 21 - 28.

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